Der Belebte Körper

Der Belebte Körper ist für mich

  • Schlüssel zum Tanz

  • Zugang zur inneren Weisheit, Klarheit und Kraft

  • Wegweiser für ein inneres und äusseres Gleichgewicht

  • der andere Massstab von „Schönheit“

 

Schlüssel zum Tanz

 

So viele Menschen berichten mir, sie würden gerne tanzen, trauen sich aber nicht. Können es nicht. Haben es zu lange nicht getan. Hätten nicht nicht den richtigen Körper, die richtige Kleidung, den Tanzpartner, den richtigen Zeitpunkt dafür.....

Aber in meinem Verständnis von Tanz braucht es das alles nicht.

Sie brauchen sich und eine gewisse Bereitschaft sich auf eine Begegnung mit sich und Ihrem Körper einzulassen. Und sich überraschen zu lassen, was sich bewegt.

 

Alle Tanztreffen beginnen damit, einen Raum und Anregungen dafür zu schaffen, die Alltagsgedanken, die sich gewöhnlich mit äusseren Dingen beschäftigen, umzulenken auf das eigene Innen. Das geht einfacher als es vielleicht klingt. Bekommt der Geist die Aufgabe, zu beobachten, was die Füsse gerade jetzt tun.....ist er schon abgelenkt, umgelenkt, auf die Füsse gelenkt. Die Füsse ihrerseits, geschmeichelt, berührt, bewegt von so viel ungewohnter Aufmerksamkeit führen jetzt die Bewegung, machen sich gross oder klein, probieren sich aus, verbinden sich mit der kleinen Rotation im Hüftgelenk, kommen in ein Verhältnis zur Körpermitte, zur Wirbelsäule, zum ganzen wunderbaren Rest. Der wunderbar wird, weil er belebt und bewohnt, gefühlt und gefüllt wird. Und wenn er das mag, dieser Mensch, dieser Körper, dann wird er sich so bewegen, dass er noch mehr belebt und bewohnt, gefühlt und gefüllt werden kann – er kommt in Bewegung.

Er tanzt.

Das braucht Übung.

Denn die Gedanken sind hartnäckig.

Vielleicht bewerten sie den Tanz, der da so zart entsteht.

Oder setzen stur durch, was sie bisher für „richtig“ tanzen gehalten haben.

Oder bestehen auf dem, was sich letzte Woche „richtig“ angefühlt hat.

Aber jedesmal, wenn der Mensch sich auf die Reise macht in seinen Körper hinein und von da aus wieder in den Raum - und vielleicht in den Kontakt mit der Musik oder dem Raum oder einer Bewegungsfolge oder einem anderen Körper – stärkt er die Gewissheit, dass er den „richtigen“ Tanz für den jetzigen Moment finden kann.

Aus dem Belebten Körper heraus.

 

Der andere Massstab von „Schönheit“

 

In diesem Zustand erlebe ich mich und andere Menschen als „präsent“.

Wach.

Bereit.

Egal ob wild oder still, laut oder leise – in diesem Körper herrscht eine Wachheit bis in alle Zellen hinein. Dieser Mensch wirkt lebendig, stimmig in sich. In sich. Und das macht so schön!

 

Das ist ein Aspekt, den ich in der ganzen Diskussion über Body-Positivity (meine Tochter sagt, das heisst so, als ich mit ihr über den äusserst sehenswerten Film „Embrace“ sprach)

vermisse!

 

Ich vermisse den Aspekt, dass ein Körper sich anders anfühlt, wenn er von innen gefühlt, geweckt, bewohnt, bewegt wird. Er fühlt sich weder wie eine Last noch „disgusting“ an. Er fängt an, sich wie ein Wunderwerk voller Möglichkeiten anzubieten, ein Spielfreund, ein Berater, ein Helfer.

Ich fühle mich frei und geschützt in meinem Körper, wenn er so präsent ist. Ich fühle mich wohl. Ich fühle mich schön.

Und ich erlebe einen Menschen als „Schön“, als strahlend, als lebendig, als stimmig in sich, der so präsent ist in seinem Belebten Körper.

 

 

Zugang zu innerer Weisheit, Klarheit und Kraft

 

Durch die Arbeit mit der Idee des Body-Mind Centering habe ich gelernt, dass es einen Unterschied macht, in welchem Bereich meines Körpers ich präsent bin.

 

Ganz eindeutig wird die Bewegung eine andere, wenn ich mich auf Hände und Füsse statt auf meine Körpermitte konzentriere.

Aber es macht auch einen Unterschied, ob ich meine Aufmerksamkeit auf meinen Brustraum oder meinen Bauchraum lenke.

Ich kann weitergehen und feststellen, dass mit dem Fokus auf den Magen eine andere Bewegung entsteht als mit dem Fokus in der Milz.

Dass es etwas verändert, ob ich mich der Blutversorgung in diesem Bereich verbinde oder mit dem Bindegewebe!

 

Und nicht nur die Bewegungen verändern sich. Abhängig von dem Ort meiner Präsenz verändert sich mein „Mind“. Die Qualität, in der ich mich wahrnehme. Mein Denken, Fühlen, Handeln passen sich subtil aber erstaunlich eindeutig an.

 

Wegweiser für ein inneres und äusseres Gleichgewicht

 

Da es im Körper nichts gibt, was es nicht gibt, finde ich auch für jede Unausgewogenheit in meinem Denken, Fühlen, Handeln ein Gegenüber, das sie ausbalancieren kann.

Wenn ich in meinen Bewegungen, meinen Gedanken, meiner Stimmung zB eine Links- oder Innen- oder Kopflastigkeit empfinde, kann ich sie verstärken und in Bewegung zum Ausdruck bringen oder – wenn ich bereit bin – das Gegenspiel finden, in dem ich mich (bei Linksseitigkeit) mit der rechten Seite verbinde. Bei Nach-innen-Verschlossenheit mit den nach aussen strömenden Kräften. Bei Kopflastigkeit mit den Bauchorganen. Zum Beispiel!

 

Der Belebte Körper ist – jedesmal wenn ich ihn belebe – ein Messinstrument für wo ich mich eigentlich gerade befinde. Ein Ausdruck- und Auskunftgeber über mein momentanes Sein und er hält auch noch die Ressourcen bereit, mich neu auszurichten.

 

In Stille oder in Bewegung.

Im inneren Dialog oder mit einer äusseren Begleitung.

In Kontakt oder allein.

Durch das Wort, das Bild, die Berührung oder den Tanz.